TwoEyesMindfulness - Tagebuch
Ein neuer und alter Weg Januar 2026
Fotografie bedeutet Veränderung. Manchmal ist sie jedoch keine Bewegung nach vorn, sondern eine leise Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Ein Zurück zu etwas, das lange da war, ohne wirklich benannt zu werden. Mein Interesse an der analogen Fotografie begleitete mich schon immer ein wenig - nicht in Form von unzähligen Urlaubs- und Geburtstagsbilder, die man herumreichte, sondern durch Fotografien beispielsweise alter Schlösser, die längst verschwunden waren. Bilder fernab von Perfektion, aber voller Geschichten.
Als ich 2019 meine Leidenschaft für die Fotografie neu entdeckte, erkannte ich schnell die Vorzüge der digitalen Welt. Die eigenen Bilder zu zeigen - schnell, unkompliziert und nahezu kostenfrei, etwa über Instagram - machte es leicht, sich ganz der digitalen Fotografie hinzugeben. Fast unmerklich wurde sie zum alleinigen Weg.
Von Canon zu Fujifilm und wieder zurück
Mein digital fotografischer Weg begann mit einer Canon EOS 200D im APS-C-Format, führte über eine Canon EOS 5D und später eine Canon EOS R. Schließlich landete ich bei Fujifilm. Die X-T20 zog mich sofort in ihren Bann, auch wenn sie der Canon EOS R in vielem unterlegen war. Eine Kamera die sich anders anfühlte. Die Filmsimulationen - ein Traum. Rückblickend war das wohl mein erster Schritt zurück in Richtung analoger Fotografie, auch wenn ich es damals noch nicht so klar erkannte. Es war auch das ein klarer Prozess durch den ich Erfahrungen sammelte - aber auch viel Geld ausgegeben habe, denn der Konsum nahm deutlich an Fahrt auf: X-Pro 3, X-T2, X-H1, X-T5. Kameras kamen, Kameras gingen. Am Ende blieb mir die Fujifilm X-Pro3. eine Kamera, die ich unter keinen Umständen missen möchte. Der Hybridsucher im Rangefinder-Stil ist für mich bis heute eine besondere Freude - fast schon ein keines Ritual bei jeder Aufnahme.
Ich wollte - und musste - mich entscheiden
Mit der Zeit wuchs der Druck. Freunde und Bekannte fragten, ob ich hier oder dort eine Feier fotografieren könne. Anfangs fühlte sich das gut an. Doch schleichend veränderte sich etwas. Die Leichtigkeit verschwand. Fotografieren wurde gefühlt zur Arbeit. Begleitet von dem ständigen Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Dieses Gefühl war nicht das, was ich mit Fotografie verbinden wollte.
Gleichzeitig zog es mich immer stärker in Richtung der analogen Fotografie zurück. Ich begann, Filme selbst zu entwickeln und fand zunehmend Gefallen an diesem entschleunigten Prozess. Oft verband ich analog und digital miteinander. Doch genau dieses Nebeneinander machte mich auf Dauer unruhig. Ich fühlte mich zurückversetzt in meine Anfänge: zu viel Equipment, zu viele Optionen - und am Ende doch wieder digital.
Die digitale Fotografie gab mir Sicherheit. Konsistenz. Kontrolle. Der analogen Fotografie vertraute ich nicht vollständig. Zu viel konnte schiefgehen - beim Fotografieren selbst, aber auch später, bei der Entwicklung im eigenen Badezimmer.
Trotz all der Dinge die schiefgehen können, musste sich etwas ändern. Es war an der Zeit, mich vollständig auf die analoge Fotografie einzulassen. Nicht als Konzept, nicht als Gegenentwurf - sondern als Versuch.
Im Moment fühlt es sich richtig an. Mehr muss es gerade nicht sein. Ich lade einen Film ein. Und schaue, was passiert...